work & travel - make your business

Blog

Die Nomaden Kalkulation

20.02.2019 von Markus Melzer

Türkei 2015 - Südküste: Ein angenehmes Gefühl von Leichtigkeit liegt in der Luft. Wir sitzen im Bus nach Olympos, auf dem Weg zu den Ruinen der Lykier. Mit dabei: meine heutige Frau Yeliz und ich. Wir sind frisch verliebt. Getroffen haben wir uns - nur wenige Wochen zuvor - in Fethiye und sind seitdem unzertrennlich. Nach einigen Stunden voller Flirts, Witze und Lachen ist es im Bus gerade etwas ruhiger geworden. Zu dem Zeitpunkt bin ich bereits mehr im Ausland als in Deutschland. Unserer Liebe wegen meistens in der Türkei, aber auch in Thailand. Yeliz würde gerne 6 Monate in Indien verbringen, Freunde besuchen und das Land erkunden.

 

Ich hatte bereits zugesagt - doch etwas drückte meine Stimmung. Arbeiten konnte ich online, aber ich hatte kein Budget und mir gingen die Fixkosten aus meiner Heimat nicht aus dem Kopf. Geld für etwas zu bezahlen, das ich nicht wirklich brauche, widerstrebte mir. Ich drehe mich zu meiner Frau. Wir sprechen über die Wohnung, in der niemand lebt. Meinem Auto, das ungenutzt vor der Tür wartet, bis es mal wieder bewegt wird - und von all den Dingen, die ich sonst noch in Deutschland zu bezahlen habe.

 

Ich nehme mein Notizbuch und erstelle eine Liste mit meinen Verbindlichkeiten: Miete, Nebenkosten, KFZ, Versicherungen usw. Und nachdem ich schon so im Flow bin, mache ich auch gleich eine Aufstellung meiner bisherigen Reisekosten. Dabei stelle ich etwas Unglaubliches fest: Aktuell habe ich weniger Reisekosten als Unterhaltskosten in Deutschland. Für etwas, dass mir Spaß bereitet, gebe ich also weniger Geld aus, als für Dinge, die ich gar nicht nutze? Wie konnte das denn passieren? Schon allein mein Auto zu verkaufen und die Wohnung in Deutschland zu kündigen, ließe mich in vielen (sehr schönen) Teilen der Welt komfortabel leben.

 

Ich streiche Punkte an, die wegfallen würden, wenn ich mein Leben in Deutschland hinter mir lasse und überlege, welche Kosten neu hinzugekommen sind, seit ich auf Reisen bin. Mein Ergebnis steht fest: Digitaler Nomade zu sein ist (sogar in meiner finanziellen Situation) realisierbar.

 

Das war der Moment, ...

 

Ich habe mich konsequent von allem getrennt, was mich Geld kostet und was für mein Leben als digitaler Nomade keinen Nutzen mehr hat. Dann setzte ich meine alten Unterhaltungskosten als Reisebudget für unsere Indien Reise an. Mein Startkapital kam aus dem Verkauf meines Autos, welches ich 48 Stunden vor Abflug nach Mumbai (also gerade noch rechtzeitig) verkauft hatte - und aus dem Erlös der ebay Kleinanzeigen, über die ich meine Möbel anbot. Was übrig blieb, verschenkte ich oder schmiss ich weg. Somit hatte ich die Freiheit eines digitalen Nomaden und konnte (dank den Einsparungen) auch zusätzlich Budget für Flüge etc. aufbauen - und das ohne einen Cent mehr verdienen zu müssen.

 

Im Nachhinein kann ich sagen, dass es mir leicht fiel, diese Entscheidung zu treffen, da ich schon aus Deutschland raus war, ich bereits online arbeitete und sich mir dieser Weg damit sehr klar auftat. Deshalb rate ich jedem, der über das Leben eines digitalen Nomaden nachdenkt: Teste diesen Lifestyle aus. Mache dich frei und ziehe los. Vielleicht ergeht es Dir ja ähnlich ...

 

Ich hoffe, ich konnte Dich mit dieser Geschichte ein wenig inspirieren und wünsche Dir viel Mut für Deine nächste Entscheidung. Danke für Deine Aufmerksamkeit und für die Zeit, die Du mir damit schenkst. 


Zeichen im Leben

13.01.2019 von Markus Melzer

Vier Jahre ist es her - als ich daheim saß, total gestresst, voller Leere und dem Gefühl, etwas im Leben verpasst zu haben. Damals war ich 28 und extrem unzufrieden. Eine Trennung hinter mir, bei der ich viel gelernt habe. Dazu auch noch Schulden. Insgesamt 30k, die ich für Designer Handtaschen hingelegt hatte. Der Grund dafür: meine erste große Business Idee: Luxus Handtaschen zu vermieten, damals schon zwei Jahre her. Ich hatte viele Fehler gemacht und bin gescheitert. Warum habe ich auch gleich so viel ausgegeben? Ich war so sauer auf mich selbst.

In meinem Privatleben wiederholte sich alles ständig. Neues Jahr - gleiches Schema. Ich sitze in meiner langweiligen Wohnung und möchte alles ändern. Ein Leben mit mehr Abwechslung - ja, viel Neues brauche ich jetzt. Es war natürlich auch schön hier, danke für die tollen Zeiten, liebes Zuhause. Ich erinnere mich gerne an dich. Es ist nicht deine Schuld - ich bin gerade einfach unzufrieden und wahnsinnig neugierig. Und schlechte Zeiten, die gibt es überall, oder nicht?

Reisen wollte ich mehr, aber bitte nicht nur Pauschalreisen und langweilige AI Angebote, wie bisher. Es soll mich vergessen lassen, wie es mir gerade geht und es soll mich ausfüllen. Wie sehr möchte ich endlich etwas finden, das mich wirklich erfüllt. Von Liebe wollte ich, zu diesem Zeitpunkt, noch nichts wissen. Ich bin ein single Typ - muss so sein, schließlich klappt es mit Beziehungen ja nicht, dachte ich damals.

Dann kam eine gute Nachricht im Business. Ich hatte mich von meinem ersten Schlag erholt und war auf dem Weg, etwas Neues zu starten. Der erste Kunde hatte unterschrieben, somit hatte ich etwas Geld zur Verfügung. Ich erinnere mich noch genau: Es war Mitte Januar in Deutschland, das Jahr 2015. Aus dem Fenster sehe ich graue Gebäude und der Himmel ist auch grau. Arbeiten kann ich auch von unterwegs aus, dazu muss ich nicht hier sitzen, dachte ich mir damals. Ich kaufe mir ein Ticket irgendwohin, hole mir einen Rucksack und ziehe los.

Das Reiseziel stand schnell fest: Thailand. Mein guter Freund und ehemaliger Klassenkamerad Florian war ein Jahr um die Welt gereist und lässt dies nun in Thailand ausklingen. “Ich muss hier raus”, schrieb ich ihm auf Facebook. “Dann komm her”, waren so ungefähr die Worte, die er mir zurückgab. “Ungezwungen, wann du willst. Ich bin noch länger hier.”

Das war mein Zeichen.

Vier Jahre später sitze ich nun hier in Malaga, auf dem Balkon unseres Airbnb Apartments, an der spanischen Costa del Sol. Ich sehe mir den Sonnenaufgang an und blicke zurück. Nicht nur, dass ich in den letzten vier Jahren viel gereist bin: von Thailand über Indien und den Nahen Osten, von Südamerika bis Mexiko. Unglaublich viele einzigartige und liebevolle Menschen habe ich getroffen, die mich inspiriert haben und meinen Horizont erweiterten. Auch meine Liebe durfte ich auf dem Weg finden - mittlerweile sind wir verheiratet und reisen gemeinsam. Die Geschichte dazu ist es sicher wert, später auch einmal erzählt zu werden. Für heute möchte ich es aber dabei belassen.

Wenn ich mit dieser kurzen Geschichte, auch nur einen Menschen dazu inspirieren konnte, die Zeichen für sich zu erkennen und als Zeichen der Veränderung zu sehen, dann hat es sich für mich gelohnt.

Ich danke Dir sehr für die Zeit, die Du mir schenkst. Für Deine Aufmerksamkeit und für Deine Liebe. 

Dein Markus


office4.0 Newsletter

Anmelden für brandneue Informationen per mail!
Exklusiv für Newsletter-Abonnenten: 10% Rabatt auf das Coaching3plus!